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Vom Heiraten und Scheiden lassen

02.09.2009 um 22:44, von dolly1, Kategorie: Allgemein
297 mal gelesen,

Wenn man sich rein emotional in eine Ehe stürzt, sollte man hinterher auch nicht rational darüber fluchen...

 

Manchmal braucht es Abstand um wieder zueinander zu finden. Doch muss man Scheidungen als Lösung betrachten, bzw Probleme in einer Beziehung als Scheidungsgrund? Wenn man sich rein emotional in eine Ehe stürzt, sollte man hinterher auch nicht rational darüber fluchen.

Das Heiraten ist eine wunderschöne Vorstellung, eine beängstigende, irgendwie stumpfe Ausführung und eine etwas andere Zukunft, da man sich fortan eingeengt fühlt. Unterbewusst setzen wir uns selbst unter Druck. Der zu einer Hochzeit dazugehörige Papierkram drückt uns ein verwaltungsähnliches Gefühl entgegen, das wir erfolgreich unterdrücken. Irgendwie ist es anders, als wir uns vorgestellt haben.

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Nun gut, jetzt haben wir schonmal geheiratet, da kann man ja wenigstens versuchen, es positiv zu sehen. Doch fällt uns andauernd auf, was so rein gar nicht in eine romantische Vorstellung von Ehe passt; Furzen im Bett, abgehackte Unterhaltungen, wenn einer mal nicht so fit ist, Normalität, -es geschehen keine Wunder. Aber mal ehrlich, -welche Wunder könnten geschehen? -Dass ihr euch jeden Tag mit Herzen in den Augen und Armen um den Hals haucht wie unglaublich ihr auf Wolke 7 schwebt? Alles leuchtet rosa, fühlt sich unbeschreiblich an und alles läuft ohne großartige Probleme von alleine? Hmm, da ists klar, dass euer Druckbehälter mächtig in die Höhe schießt.

 

Natürlich liebt ihr euch unendlich, schwebt auf Wolke sieben und liegt gerne in euren Armen. Sonst hättet ihr einander nicht geheiratet. Warum wollt ihr euch das also immer wieder beweisen? Eure Liebe verwalten wie ein Gewächshaus, dass man ständig begießen muss? Wenn Gemüse überwässert wird, ist es ganz schnell vorbei mit der Reife. Dann fühlt ihr euch platt. Geplättet von zuviel Einsatz. Die ewige Liebe ist nicht garantiert. Insgeheim wisst und fürchtet ihr dies. Aber einander versprechen wolltet ihr euch trotz eure Leben. Das ist kein Verbrechen, sondern etwas wunderschönes. Deshalb ist und bleibt Heiraten generell auch etwas wunderschönes.

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Aber gestalten wir es einfach mal etwas anders. Mit etwas mehr Vertrauen wär schon eine ganze Menge getan. Selbstvertrauen ist das Schlüsselwort und der Schlüssel zum Glück, -ob mit guter oder böser Absicht. Du bleibst solange für deinen Partner attraktiv, wie du dich selbst es findest. Wenn du dich permanent schlecht machst, wird er dir nicht lange den „das ist doch quatsch“-Doktor spielen, sondern bald überzeugt von dannen ziehen. Und dann jammerst du „“Was habe ich bloß falsch gemacht...“ „Ahüüüüü..üüü..üü..“

Oder aber du willst von deinem Partner von dannen ziehen. Doch du erinnerst dich an das Versprechen, was du gegeben hast und bleibst. Haust dabei deinem Partner dermaßen Vorwürfe an den Kopf, dass früher oder später die Scheidung von alleine anrückt, weil ihr überleben wollt.Was für ein Affentheater. Umständlich, verletzend und verbitternd. Bereits so viele Beispiele befinden sich auf Erden, dass die Jugend das Heiraten längst aus ihren Registern gestrichen hat. Weil ihr Erwachsenen Versprechen macht, mit denen ihr nicht umgehen könnt. Weil ihr mit euren Gefühlen nicht umgehen könnt. Nicht mit der stetigen Veränderung des Lebens klarkommen wollt. Kontrolle ist das was ihr wollt und weil ihr meint, dass ihr sie habt, legt ihr Versprechen ab, die dann halt nun zum Brechen verurteilt werden.

Wenn ihr den Verlauf des Lebens akzeptieren und sowohl toleranter als auch realistischer die Gegenwart betrachten würdet, gäbe es hinterher weniger zerstörte Illusionen, Schuldzuweisungen und Zerbrechen. Die Liebe kann nichts für die Ehe. Die Liebe ist einfach da und alles läuft wie im Märchen. Die Ehe haben wir erfunden. Wir sollten lernen mit ihr umzugehen. Der Liebe zu Liebe! Dann bleibt es auch wie im Märchen! Ohne viel Tam Tam. Noch ist es nicht zu spät. Ist es sowieso nie. Seid ehrlich zueinander und kommt auf euch zu. Geht Kompromisse ein. Ihr könnt das, denn ihr verfügt über die Kraft der Liebe. Denn ihr liebt euch! Bleibt euch treu und lernt euch besser kennen. Erfahrt, was dem Anderen wichtig ist und inwiefern es sich vereinbaren lässt. Dann ist Scheitern kein Delammer. Sondern die einzig richtige Entscheidung. Das Auslöffeln der versalzenen Suppe, als ihr damals sinnesvernebelt die Ehe geschlossen habt. Oder vielleicht habt ihr euch auch einfach verändert.

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Wenn eure Ehe (wieder) Früchte trägt, als liefe alles von alleine, herzlichen Glückwunsch! Er/Sie trägt nun (wieder) den Titel „Ehepartner“. Aber er wird derweilen der selbe Mensch bleiben wie er es gerade auch noch war. Er kann nicht auf Knopfdruck Wunder vollbringen und sich auf dich einstellen, wie ein eingelaufener Schuh. Er wird immer eine eigene Person bleiben und ein eigenes Leben führen. Er teilt es mit dir. Aber Anspruch an sich hast du niemals. Geb ihm etwas Zeit. Geb dir etwas Zeit. Selbst wenn ihr schon auf Abstand seid. Zueinander zu finden, ist nie unmöglich. Man muss die Wege nur erkennen mögen.

 

(c) dolly1

Tags: Liebe, Hochzeit, Beziehung, Heirat, (c) dolly1


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