In diesem Artikel geht es um Selbstfindung und vor allem darum, uns selbst zuzulassen. -Wie wir herausfinden, was gut für uns ist und somit gleichzeitig gut für andere. Vom Marionettensein, über mehrfachmögliche Realitäten und Infragestellungen...

Nach unserer Geburt beginnen wir mit der Zeit „richtig“ und „falsch“ einzuordnen. Die Eltern sind in den meisten Fällen unsere engsten Bezugspersonen. Jenachdem wie sie uns behandeln, schenken wir ihren Meinungen Glauben, bzw zweifeln diese an. Freunde, Lehrer, Medien, Fremde, -alle beeinflussen uns ebenfalls. Durch Urinstinkte folgen wir gerne zunächst Gruppenmeinungen um uns nicht allein zu fühlen. Wir ordnen Dinge zunächst so ein, wie auch die Menschen sie einordnen, die wir mögen. Wir erfahren aber bereits im Kleinkindalter auch schon, was gerecht und was ungerecht ist. Unser Handeln hängt zum Teil davon ab, ob es sich lohnt ungerecht zu sein, weil die Strafe gering ausfällt und wir die Scheu verlieren oder ob wir dafür bestraft werden. Aber auch Gene spielen eine Rolle, ob wir eher sensibel mitfühlend oder rational veranlagt sind. Es entstehen Geschäfts- und Gefühlsmenschen. Aber weniger wegen angenommener Differenzion. Sondern vor allem wegen unserem Schubladendenken.
Wir Menschen suchen Halt, Sinn, Kontrolle und Klarheit auf dieser Erde. Wer sich verläuft sucht einen Anhaltspunkt, an dem er sich wieder orientieren kann. Wer sich nicht selbst ein Anhaltspunkt ist, vertraut lieber den Landkarten. Doch in vielen Lebenslagen gibt es keine Landkarten. Wir suchen Kontrolle, Sinn, Klarheit und Halt. -In Partnern, Religionen und vor allem in uns selbst. Wir haben eine Meinung vom Leben entwickelt. Entweder verharren wir in ihr fest oder wir erlauben uns vom Weg abzutreten. Dabei müssen wir noch nicht mal das geregelte Leben über Bord werfen und unglaublich abenteuerliche Sachen anstellen. Es genügt, ein bisschen wachsamer zu sein. Bin ich wirklich so intelligent, wie ich mich halte? Können andere Menschen genausoviel Weisheit erlangt haben, weil sie zwar nicht genau den selben Weg laufen mussten wie ich, aber dennoch einen ähnlich gravierenden wie ich? Sind andere Menschen wirklich dumm, weil sie in der Öffentlichkeit verbale Gülle von sich geben oder bin ich vielleicht dümmer, weil ich mich davon negativ beeinflussen lasse? Werde ich mit meinen schlauen Kommentaren bewirken, dass alle ihre „Dummheit“ erkennen und sie danach fallen lassen? Oder werden sie danach nur noch lauter, da Hass im allgemeinen nichts bewirkt und Erkenntnis seinen eigenen Weg gehen muss? Lautsprechende Menschen in der Öffentlichkeit sind zwar nicht unbedingt die Klügsten.
Aber Entwicklung ist erstens relativ, da keiner das Recht hat einen Maßstab zu setzen und zum zweiten eben aus eigenen Erfahrungen geprägt und somit die eigene Realität. Du kannst Dinge so sehen wie du willst. Wenn jemand nicht einen ähnlichen Weg gegangen ist und ein anderes Denken entwickelt hat, wird er deine Meinung nicht nachvollziehen. Du kannst Glück mit Menschen haben, die deine Meinung aber dennoch verstehen. „Nachvollziehen“ und „Verstehen“ sind zwei Dinge. = Weggründe selbst betreten haben oder verstehen, wie sich Meinungen aus Weggründen entwickeln.
Lobgesang kommt von großen Gruppen. Große Gruppen schallen lauter in der Öffentlichkeit als einzelne Sänger. Dabei sind die einzelnen gar nicht allein, sie haben sich nur noch nicht zu einer Gruppe zusammengefunden, um gegen den anderen Chor anzutreten. Sie sind entweder noch nicht mutig genug, gegen Ideologien anzutreten oder sie haben sich selbst noch nicht richtig eingestanden, dass das, was sie gelehrt bekamen, nicht ihrem sich fortlaufend entwickelndem Denken entspricht. Sich selbst zu verstehen ist von der Praxis her nicht das Schwierigste. Der Weg dahin hat ein paar Hürden. -Unsere Gitter. Wir halten uns selbst gefangen.
Es hat natürlich auch mit den Urinstinkten zu tun, dass man in größerer Gruppe größere Überlebenschancen hatte und kein Mensch ist gern allein. Wir alle haben Grundbedürfnisse, die gestillt werden wollen. Jeder ist sich insgeheim selbst am nächsten. Leider mehr im negativem Bewusstsein, als im positiven. Wir sind halt so. Wir müssen uns nicht schämen, dass wir auch erhört werden, Sex haben oder Lob haben wollen. Wir sollten z.B. nur aufhören, zu glauben, dass jeder, der uns lobt oder erhöhrt, pur an unserem Wohl Interesse hat. Vergiss nicht, -er ist ein Mensch wie du. Er will auch seinen Nutzen aus dir ziehen und wenn die Welt so korrupt bleibt, wird er dabei über Leichen gehen. Wenn wir ehrlicher zueinander wären, wären all diese Handhabungen weniger verwerflich. Vermutlich wären sie dann noch nichtmal mehr anstrebsam, da wir da unseren Frieden gefunden haben. Wo wir grad beim Frieden sind, -es wird niemals ein Paradies geben, denn wenn Stürme fertig getobt haben, treten sie woanders auf. Stell dir vor, du wärst in einem paradiesischem Himmel, alles ist schön, weiß und ein Engel spielt Violine. Irgendwann geht dir der Engel mit seiner Violine so doll auf die Nerven, dass du ihm eine über die Rübe schepperst.

Das Leben ist eine fortlaufende Entwicklung bis zu seinem Tod. Sei es ein Menschenleben oder die Erde selbst. Du kannst tagtäglich in Bibeln forschen oder sonstwie auf Antworten hoffen, was das Leben ist. Du kannst aber auch beginnen zu leben. -Jeder Zeit in der du in deinem Bewusstsein schwebst. Ich sage dir, -Leben ist dein Bewusstsein. Du bist okay, so wie du bist, weil anders kannst du nicht sein. Sein ist kein „Ist“-Zustand. Dein Sein verändert sich mit dir von Zeit zu Zeit. Du wirst vielleicht auch einmal so sein, wie du es dir gerade wünscht zu sein. Doch wenn du nicht bereit bist, Veränderungen zu zu lassen, wirst du erstarren und nur im Schein leben. Meinetwegen kannst du dir und deinen Mitmenschen solange weiterhin was vormachen, wie du es möchtest. Niemand wird dich davon abhalten, wenn du es nicht zulässt. Du wirst eines Tages sehen, was du davon hast. Ob es positiv oder negativ sein wird, kann ich dir nicht sagen. Es ist dein Bewusstsein und das Leben kennt keine Regeln.
Ganz bestimmen kann man nie seinen weiteren Lebensweg. Wir beeinflussen uns alle unbewusst und bewusst selber. Dennoch ist es möglich zu seiner eigenen Bewusstheit zu gelangen, die man auch dann genießen darf, wenn man weiß, dass sie aus vielen Einflüssen besteht. Du wirst spüren ob es richtig für dich ist, in dem es dir entweder ein Wohlgefühl oder eine innere Unruhe bereitet. Je nach deiner Reife, hat Wohlgefühl und Unruhe eine eigene Bedeutung für dich. Die einen sind stolz, wenn sie eine Machtposition erlangt haben, die anderen wenn sie ihre Blumen gießen. Wir haben es nicht leicht zu erkennen, was für uns wichtig ist, weil uns von klein auf viele Vorgaben entgegentreten, die unser Denken vorfertigen. Religionen, Familie, Freunde, Feinde, Medien. Vor allem fertigt dieses Denken die Angst vor der Sinnlosigkeit, wo wir wieder bei den Regeln sind, die sich die Menschen aufbauen. Sie suchen Halt in einer ungewissen Welt, übernehmen den Glauben an Gott oder wollen ihren Partner nicht verlassen, selbst wenn es lebensgefährlich wird.
Denn nur die wenigsten Menschen kommen damit klar, dass das Leben keinen höheren Sinn haben könnte und der Tod gewiss in Garantie steht. Sie denken, nichts könnte schlimmer sein, als alleine ohne Sinn darzustehen. Dabei ist Sinn auch ohne Gott und Partner möglich. Das ist zum Beispiel meine Erkenntnis; Man kann nicht ausschließen, dass das Leben gottlos ist. Genauso wenig kann man ausschließen, dass das Leben einen Gott besitzt. Wir haben nichts von all dem erlebt, -also haben wir kein Wissen darüber. Alles Wissen ist keine Erkenntnis. Erkenntnis kommt von einem selbst. Man kann Dinge glauben, aber Wissen verfügt man nur über das eigene Erleben und die daraus resultierende Erkenntnis.
Deine Eltern haben dir erzählt, am Sonntag Abend ist eine Sternschnuppe im Himmel zu erkennen gewesen. Du glaubst ihnen, weil du sie liebst oder weil du nicht wüsstest, warum sie dich belügen sollten. Aber du kannst nicht wissen, ob eine Sternschnuppe tatsächlich am Himmel geflogen ist. Du hast sie nicht gesehen. Von daher sind sämtliche Religionen auch nur Möglichkeiten, Realität gewesen zu sein. Aber du weißt es nicht, du hast Jesus oder Allah nicht erlebt. Und wenn du fühlst, ihn zu erleben, dann erlebst du ihn in dir. Dann ist das so. Die Realität erschaffst du dir selber. Lasse dabei zu, dass vorgefertigte Realitäten nie deine sein können, auch wenn dir das Angst bereitet. Beachte jeden Zweifel gleich welcher Lebenslage, so genau wie er dich nicht in Ruhe lässt. Sonst lebst du unruhig. -Fernab der Zufriedenheit. Wenn du Zufriedenheit erlangen willst, benötigst du Freiheit du selbst sein zu können. Das kannst du, wenn du es selbst zulässt. Niemand anderes hat Recht über dein Leben zu bestimmen. Macht vielleicht schon, aber wenn du dir selber mächtig wirst, kannst du all den Leuten die Macht aus ihren Händen reißen, die dich zu einer Marionette machen. Hast du dich nicht auch schonmal gefragt, warum du immer so gutmütig bist und so wenig Belohnung dafür erhältst? Warum sollen die Menschen dich belohnen? Du machst was sie wollen, ohne, dass sie groß etwas dafür tun müssen. Sie manipulieren dich und du lässt es zu, da du deine eigene Entwicklung zurückhältst. Das mag leichter erscheinen, da weniger Eigenverantwortung auf einem lastet, -man immer jemanden zum Anlehnen hat. Doch innerlich zerfrisst es dich und frisst dich langsam auf. Du resignierst und stirbst. -Im Gefängnis. Aus dem es einen Ausweg gab. Doch du hattest nicht den Mut dafür.

Liebe ist ein Geben und Nehmen in Harmonie. Eine Beziehung gleich welcher Art ist auch dann noch ok, wenn die Harmonie mal in Ungleichgewicht gerät. Wut ist eine natürliche Emotion. Wenn wir echt sein wollen, dürfen wir unsere Emotionen nicht unterdrücken. Natürlich muss man in dieser Gesellschaft vorsichtig sein und darf sein Innerstes nicht jedem gleich darlegen, da es noch zuviele Geister gibt, die dich dann zerstören würden. Aber an den richtigen Stellen wirkt es weite Schritte in der Evolution nach vorn und in deinem eigenen Interesse. Du fühlst dich fortan freier. Die Last der Fassade fällt zunehmend ab. Rückfälle sind menschlich, von daher lasse dich nicht gleich entmutigen. Die Perfektion ist eines der größten Lasten der Menschheit und die weiteste Entfernung von der Freiheit.
Wie genau funktioniert frei sein?
Da wir uns selbst am nächsten sind und das aufgrund der Biologie nicht ändern können, fangen wir bestenfalls an uns dies auch im positivem Sinne zu sein. Sei dir dein bester Freund! Nur so kannst du wahre Liebe geben, weil du weißt, was du nicht willst und dazu stehst. Momentan weißt du auch, was du nicht willst. Doch du stehst weder dazu, noch willst du wahrhaben, was du willst, weil du dich für deine Sprunghaftigkeit schämst. Sie steht nicht so in den Bilderbüchern geschrieben. Du entwickelst dich immer weiter und sammelst neue Eindrücke vom Leben. Meinungen, Geschmäcker und Vorlieben ändern sich. Vor einem Jahr wolltest du noch Zahnarzt werden, heute Florist. Deine innere Stimme sagt dir genau, was dir gerade gelegen käme. Es ist der kleine Teufel in dir. Vielleicht spricht er aber auch einfach die Wahrheit aus und deshalb hast du ihn zum Teufel verurteilt. Der Engel kann genauso gut ein Sektenmitglied deiner Ideologie sein. Beide wollen sich durchsetzen. Wer davon deine innere Stimme und wer der Marionettenführer ist, findest du heraus, in dem du jedem eine Chance gibst. Den Mut dazu musst du schon selbst aufbringen. Am ehesten gelingt dir das, wenn du erkennst, dass niemand auch nur ansatzweise perfekt ist und viel mehr Fehler passieren, als dir die Medien oder die Menschen selbst offenbaren. Fassaden werden stets so errichtet, dass die den meistbefolgten Ideologien entsprechen und somit den meisten Anklang finden. Dass andere etwas toll finden, zwingt dich nicht dazu, es ebenfalls zu befürworten. Dazu zwingst du dich höchstens selbst.
Manche Menschen entscheiden sich für die Selbstentfaltung. Es liegt ihnen entweder in einem starken inneren Bedürfnis oder in ihrer Entwicklung. Manche Menschen bleiben lieber im behütetem Stall. Sie streben weiterhin nach Bilderbuchideologien und opfern dafür ihr Selbst. Man sollte es ihnen dennoch nicht zu streng vorwerfen. Denn entweder werden sie schon als Kinder Rebellen gewesen sein und sich von ihren Vorgesetzten nichts sagen lassen haben oder sie verstehen sich nicht, aber hören, dass sie falsch sind und entwickeln innere Kämpfe, die zu Depressionen führen. Es ist wie bei Mathematik. Jemand, der es nicht nachvollziehen kann, weil sein Verstand dazu nicht ausreicht, der wird sich minderwertig fühlen, da er genauso wenig wie ihr begreift, dass nicht alle die gleichen Kenntnisse haben können. Jeder Mensch hat seine Gaben und die kann man nicht anhand von Bildungsreformen angleichen. Eine Gesellschaft funktioniert bloß auf Sparflamme, wenn jeder ebenmäßig funktionieren soll. Wenn Talente in ihre Richtungen gefördert und akzeptiert würden, wär der Profit für alle Beteiligten ein riesen Erfolg und ein Weg in ein ganz neues System. Natürlich kann es in einer neuen Zufriedenheit immer wieder zu Unzufriedenheit kommen, doch müssen wir uns bewegen um überhaupt an Zufriedenheit zu gelangen. Tiefen gehören zum Leben dazu. Man kann sie nicht verhindern, sie werden kommen. Und sie werden bleiben, wenn auch du bleibst.

Es gibt zweierlei Arten von Depressionen. Die einen bekommen sie, weil sie in ihrer Freiheit verurteilt werden, die sie leben und andere bekommen Depressionen, weil sie in ihrem Schein gepreist werden, der ihnen gar nicht entspricht. Menschen finden den Sinn weder so noch so, wenn sie nicht begreifen, dass sie selbst ihr größter Sinngeber sind.
Wie soll ich eine Realität aushalten, die mir Schultern zum Festhalten nimmt? Wie soll ich ganz alleine einen Weg schaffen mit all den Hürden?
-In dem du sie überwindest. Träume dein Leben nicht dahin, dass du eines Tages irgendwo gefunden wirst. Du würdest zuviele tolle Erfahrungen verpassen und wieder nur in Passivität schwelgen. Vergesse nicht, dass alle anderen auch nur Menschen sind, -ebenso unwissend, -ebenso anlehnungsbedürftig und genauso suchend wie du. Verstecke dich nicht hinter falschen Barrikaden, die dich um deine Freiheit berauben. Sei einfach mal verrückt und greife nach den Sternen, probiere alles aus, lebe! „Verrücktheit“ ist nichts anderes als „Unangepasstheit“ und Unangepasstheit ist „Sein“. Nach Lust und Laune, -nach der eigenen Überzeugung. Und mag sie sich noch so oft ändern. Mit der Zeit wirst du bei dir selbst ankommen und dennoch immer wieder neue Seiten an dir entdecken. Bis in dein hohes Lebensalter! Es wird niemals mehr langweilig werden. Das schönste an der Sache ist; Du wirst Menschen finden, die dich wirklich so lieben wie du bist und denen du genauso gerne Liebe zufügen magst, wie du ihnen abzugewinnen vermagst. Und das nicht nur um zu Überleben. Wahre Liebe wird sich einstellen. -Weil du sie dir zum ersten Mal möglich machst.
In diesen Gesellschaften, in den du du selbst sein kannst, wirst du es leichter haben. Denn so braucht keiner große Lügen zu erbauen oder seiner selbst zu rechtfertigen. Dabei ist ganz wichtig, Menschen von anderen Überzeugungen so zu lassen wie sie sind. Es darf weiterhin zu Meinungsverschiedenheiten kommen, jedoch alle Kriege wären aufgrund der neuen Objektivität von dannen. Gerade diese bunte Welt würde echtes Leben hervorrufen. Wir können nicht einheitlich sein! Es gibt niemanden, der genauso aussieht und Wege geht wie du. Selbst dein Zwilling nicht. Würde er zur gleichen Zeit an der gleichen Stelle laufen, würde er dich umrennen. Andersartigkeit gab es schon immer und wird es immer geben. Unsere Biologie will, dass sich unser Stamm durchsetzt, damit Vermehrung stattfindet geht dabei über die Leiche andersartige Fortpflanzung auszurotten, anstatt sich mit ihr zu arrangieren und zu einer neuen, gesamten Fortpflanzung zu werden. Wir können zurückgeblieben bleiben. Aber wir können auch endlich beginnen uns weiter zu entwickeln.

(c) dolly1
Tags: Liebe, Religion, Gott, Freiheit, Glaube, Rebellion
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